ki

Coding - Ontologies keep agents honest

Von peter portmann,

Veröffentlicht am 2. Aug. 2026   â€”   8 min Lesezeit

code
Nano Banana 2
📚
KĂŒrzlich bin ich auf den Blog und das Video von Frank Coyle gestossen, einem Professor der UC Berkeley der sich mit KI und LLMs beschĂ€ftigt. Der Begriff 'Ontologie' hatte ich schon oft gehört, habe es aber nie nachgelesen. Daher dieser Blog als digitales Buchzeichen.

Was ist eine Ontologie

Habe mir Ontologie von Claude Sonnet 4.6 erklÀren lassen unter Verwendung der Quelle Wikipedia: Ontologie (Informatik):

Eine Ontologie in der Informatik ist wie eine Landkarte fĂŒr Wissen. Sie zeigt, welche Begriffe es in einem Bereich gibt und wie sie zusammenhĂ€ngen. Es geht also nicht nur darum, Daten abzulegen, sondern auch darum, klarzumachen, was diese Daten eigentlich bedeuten.

Stell dir eine Schule vor. In einer Ontologie kann man festlegen:

  • es gibt SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, Lehrpersonen, UnterrichtsfĂ€cher und Klassen
  • eine SchĂŒlerin oder ein SchĂŒler besucht eine Klasse
  • eine Lehrperson unterrichtet ein Unterrichtsfach
  • ein Unterrichtsfach gehört zu einem Stundenplan

So ist sauber beschrieben, wie alles zusammengehört.

Der Unterschied zu einer normalen Datenbank ist wichtig: Eine Datenbank speichert einfach Informationen, zum Beispiel Namen, Noten oder Geburtsdaten. Eine Ontologie ergĂ€nzt dazu die Bedeutung und die Beziehungen zwischen den Dingen. Dadurch können Programme ZusammenhĂ€nge leichter erkennen und manchmal auch logische SchlĂŒsse ziehen.

Ein einfaches Beispiel:

  • Bern ist eine Stadt
  • StĂ€dte liegen in Kantonen
  • Bern liegt im Kanton Bern
  • Kantone liegen in der Schweiz

Dann kann man daraus schliessen, dass Bern ein Ort in der Schweiz ist. So ein Schluss heisst Inferenz.

Ontologien sind nĂŒtzlich, wenn verschiedene Programme (oder auch verschiedene Teams) mit denselben Begriffen arbeiten und alle sicher sein wollen, dass sie dasselbe meinen. Man findet sie zum Beispiel in der Informatik, in der Medizin oder dort, wo viele Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenpassen mĂŒssen.

Kurz gesagt: Eine Ontologie ist ein geordnetes Wissensmodell. Sie zeigt nicht nur, welche Daten es gibt, sondern auch, was sie bedeuten und wie sie zusammenhĂ€ngen.


Frank Coyle

Frank Coyle (drC) | Empower Your AI Journey — Get Started Today
Explore Dr. C’s insights on neuroscience, AI, and career adaptation. Learn to work with AI tools and embrace technological change effectively and confidently.

'Nothing is a MISTAKE. There is no WIN. There is no LOSE. Only MAKE!'

Der KI-Professor Frank Coyle zitiert auf seiner Website Cage, weil dessen Philosophie weit ĂŒber die Musik hinausreicht. Besonders Cages Lebenseinstellung - Fehler nicht als Scheitern zu sehen, sondern als Prozess des Ausprobierens („Nothing is a mistake. There is no win and no fail, only MAKE!“) – nutzt Coyle als Metapher fĂŒr das Lernen und Experimentieren mit KĂŒnstlicher Intelligenz.

Blog

Blog 1 | Share Your Story Now — Frank Coyle (drC)
Explore blog insights on AI, Consciousness, the Brain and the state of Generative AI today

Video

Beschreibung

Hoffentlich verstÀndlicher als das Original; umformuliert mit Claude Sonnet:

Ein probabilistischer Agent (also ein System, das oft ‘abschĂ€tzt’, was gemeint ist) kann Fehler machen wie: Eine Bestellung wird ‘zweimal erstattet’, eine Auszahlung geht ‘an den Support statt an die Kundin’, oder ein Bestellstatus wird als ‘wahrscheinlich versendet’ gespeichert, obwohl nur klare Status erlaubt sein sollten. Solche Fehler lassen sich mit einem Absatz ‘Bitte mach das nicht’ in den Anweisungen nicht zuverlĂ€ssig verhindern.

Frank Coyle sagt: Viele dieser Agentenfehler passieren, weil eine wichtige Schicht fehlt, nĂ€mlich eine formale Ontologie. Das ist ein klar definiertes Regel- und Begriffsmodell, das ausserhalb des Sprachmodells liegt und wie Leitplanken funktioniert. Der Punkt ist: Sprachmodelle ‘denken’ in vielen Situationen wahrscheinlichkeitsbasiert ĂŒber Bereiche nach, die sie nur teilweise verstehen, und selbst sehr gutes Prompt-Engineering kann diese LĂŒcke nicht komplett schliessen.

Seine Idee ist neurosymbolisch: Innen darf das Modell flexibel und probabilistisch ĂŒberlegen, aber aussen kontrolliert harte Logik, was wirklich erlaubt ist. Eine Ontologie besteht dabei aus sauber definierten Objekttypen (z.B. Bestellung, Kunde, Support-Mitarbeiter), Beziehungen (z.B. Kunde hat Bestellung) und Regeln/EinschrĂ€nkungen (z.B. eine Bestellung darf nur einmal erstattet werden). Das kann man mit Standards wie RDFS und OWL ausdrĂŒcken. Damit kann man zum Beispiel festlegen: Ein Zahlungsstatus darf nur einer von drei Werten sein, Kunde und Support sind verschiedene Rollen, und pro Bestellung gibt es maximal eine RĂŒckerstattung.

Praktisch heisst das: Man baut um den Tool-Loop (z.B. wenn Claude Tools aufruft) einen Validator. Wenn das Modell einen Tool-Aufruf vorschlĂ€gt, prĂŒft man zuerst die Eingaben auf korrekte Typen (z.B. mit Pydantic) und danach die Resultate und Regeln gegen die Ontologie. Erst wenn alles passt, wird die Aktion wirklich ausgefĂŒhrt. Dinge, die man sonst mĂŒhsam in natĂŒrlicher Sprache erklĂ€ren mĂŒsste, werden so zu ein paar klaren, ĂŒberprĂŒfbaren Logikregeln.

RDFS: Resource Description Framework Schema.
OWL: Web Ontology Language.


Referat


Die Zusammenfassung wurde mithilfe von KI‑Tools erstellt. Web Clipper → Obsidian → Copilot, unter lokaler Verwendung von qwen3.6-35b-a3b-mlx auf einem Mac Studio.
YouTube hat kĂŒrzlich die Codierung geĂ€ndert, der bisherige Code fĂŒr das Transkript funktioniert nicht mehr. Diesen habe ich nun angepasst. Siehe hier:

Transkript

EinfĂŒhrung und die Philosophie eines PĂ€dagogen

  • Frank Coyle ist PĂ€dagoge und Informatiklehrer mit rund 30 bis 35 Jahren Berufserfahrung.
  • Ein Informatikabschluss garantiert heute nicht mehr automatisch einen Job; gleichzeitig gelten KI-Agenten fĂŒr viele als wichtiger Zukunftstrend.
  • Seine pĂ€dagogische Grundidee fasst er sinngemĂ€ss so zusammen: Es gibt keinen Sieg und keinen Fehler, nur das Erschaffen.
  • Am besten lernt man, indem man praktisch arbeitet und konkrete Dinge baut.
  • Handschriftliches Schreiben und Zeichnen fördern die Verarbeitung im Gehirn oft stĂ€rker als Tippen, weil dabei mehr Sinnes- und BewegungsablĂ€ufe beteiligt sind.

Zwei AnsÀtze: Agenten und Ontologien

  • Der Begriff ‘Agent’ stammt aus den frĂŒhen Tagen der KI und beschreibt Systeme, die wahrnehmen, entscheiden und handeln.
  • Ontologien haben philosophische Wurzeln (oft bis Aristoteles zurĂŒckgefĂŒhrt) und wurden spĂ€ter in der Informatik unter anderem durch Quine und Gruber geprĂ€gt und formalisiert.
  • Eine Ontologie ist eine ‘formale Spezifikation einer gemeinsamen Konzeptualisierung’.
  • Ziel ist, Agenten ein gemeinsames Begriffs- und Beziehungsmodell einer DomĂ€ne (also eines Themenbereichs) zu geben.

Neurosymbolische KI: Leitplanken fĂŒr ein probabilistisches Modell

  • Neurosymbolische KI kombiniert probabilistische neuronale Modelle (z.B. LLMs) mit symbolischen Systemen (z.B. Ontologien oder Wissensgraphen).
  • Dieser Ansatz soll als Kontrollschicht dienen, damit ein LLM bei Entscheidungen und Tool-Aufrufen in sicheren Bahnen bleibt.
  • ‘Halluzinationen’ sind bei LLMs kein reines Versehen, sondern eine Folge davon, dass sie auf Wahrscheinlichkeiten basieren und Inhalte generieren.
  • Ontologien beschreiben EntitĂ€ten, Eigenschaften und Beziehungen und können so helfen, ĂŒber die oft starren Strukturen klassischer relationaler Datenbanken hinauszugehen.

Was eine Ontologie eigentlich ist

  • Graphdatenbanken erlauben es, EntitĂ€ten, Eigenschaften und Beziehungen flexibel zu ergĂ€nzen, ohne die komplette Struktur jedes Mal umbauen zu mĂŒssen.
  • Relationale Datenbanken brauchen bei neuen Anforderungen hingegen oft Schemaanpassungen (z.B. neue Tabellen, Spalten oder Beziehungen).
  • Ontologien bieten eine formale, aber trotzdem flexible Möglichkeit, Organisationswissen einheitlich abzubilden.

Der Aufbau einer Ontologie und das Zeitalter der Expertensysteme

  • Ontologien kann man top-down (durch Analyse der DomĂ€ne durch Expertinnen und Experten) oder bottom-up (durch schrittweises ErgĂ€nzen aus vorhandenen Daten) entwickeln.
  • Der top-down-Ansatz erinnert an die Expertensysteme der 1980er Jahre, die unter anderem wegen hoher Pflegekosten und begrenzter Skalierbarkeit an Bedeutung verloren.
  • Der spĂ€tere Erfolg neuronaler Netze wurde stark durch GPUs und generell skalierbare Hardware begĂŒnstigt.
  • Beim bottom-up-Ansatz werden vorhandene Daten nach und nach in einen Wissensgraphen ĂŒberfĂŒhrt und dabei strukturiert.

Wiederverwendung bestehender Taxonomien

  • Es lohnt sich, bestehende Taxonomien und Ontologien wiederzuverwenden, um Doppelarbeit zu vermeiden.
  • Beispiele sind schema.org fĂŒr allgemeine Begriffe, FOAF fĂŒr soziale Netzwerke und Dublin Core fĂŒr Metadaten wissenschaftlicher Publikationen.
  • Wikipedia wird hĂ€ufig im Zusammenhang mit DBpedia genannt, einem grossen, aus Wikipedia-Daten abgeleiteten Wissensgraphen.
  • Wer etablierte Standards nutzt, kann neue Systeme leichter an bestehende Infrastrukturen anschliessen.

RDFS und OWL: Inferenz und EinschrÀnkungen

  • RDFS und OWL sind ergĂ€nzende Standards, die man ĂŒber einen Graphen legt, um Schlussfolgerungen (Inferenz) und Regeln (Constraints) auszudrĂŒcken.
  • Begriffe wie ‘Domain’ und ‘Range’ in RDFS ermöglichen automatische Ableitungen (z.B. wenn Bob etwas unterrichtet, kann daraus folgen, dass Bob eine Lehrperson ist).
  • OWL unterstĂŒtzt unter anderem transitive Eigenschaften (z.B. ‘ist Vorfahr von’) und funktionale Eigenschaften (z.B. ‘hat Vater’ höchstens einmal).
  • Solche Regeln wirken wie Leitplanken und können zusĂ€tzlich neues, abgeleitetes Wissen im Graphen sichtbar machen.

Agenten, Schleifen und wie sie fehlschlagen

  • Moderne KI-Agenten arbeiten oft in Schleifen, um komplexe Aufgaben in mehreren Schritten abzuarbeiten und dabei Tools wiederholt zu nutzen.
  • Schleifen sind nĂŒtzlich, aber riskant: Sie können in Endlosschleifen geraten, vom Ziel abweichen oder durch hohen Token-Verbrauch unnötige Kosten verursachen.
  • Dieses ‘Looping’ erinnert in Teilen an Vorgehensweisen aus der symbolischen KI und den frĂŒheren Expertensystemen.
  • Ein praktisches Beispiel mit einem Claude-Agenten zeigt typischerweise eine Python-Schleife, die Tool-Aufrufe koordiniert.

Ein Claude-Tool verwendet eine Schleife mit einem Ontologie-Validator

  • Ein LLM fĂŒhrt nicht selbst Aktionen aus, sondern erzeugt Text (vereinfacht: es berechnet wahrscheinliche Fortsetzungen).
  • Durch Tools kann ein LLM strukturierte Parameter vorschlagen, wĂ€hrend die eigentliche AusfĂŒhrung in externen Systemen passiert.
  • Ein Ontologie-Validator kann Resultate der Tool-AusfĂŒhrung prĂŒfen, um die PlausibilitĂ€t und RegelkonformitĂ€t sicherzustellen.
  • Wenn Resultate unzuverlĂ€ssig sind, kann man den Schritt ans LLM zurĂŒckgeben, zusĂ€tzliche PrĂŒfungen machen oder einen Menschen einbeziehen.
  • Pydantic wird oft genutzt, um Eingaben und Parametertypen vor der Verarbeitung zu validieren.

Pydantic am Eingang, Ontologie im Hauptbuch

  • Pydantic bringt TypprĂŒfungen und Validierung in Python und macht Eingabedaten robuster.
  • Die Ontologie dient danach als Kontrollinstanz fĂŒr Logik, Bedeutungen und Regeln ĂŒber die Daten.
  • KI-Agenten sollten möglichst wenige Seiteneffekte haben (oder sie streng kontrollieren), damit das System stabil und nachvollziehbar bleibt.
  • Bevor Daten endgĂŒltig in eine Datenbank geschrieben werden, sollten sie zuerst gegen die Ontologie-Regeln geprĂŒft werden.

Die Fehler, die eine Ontologie erkennt, die Text allein schwer abfÀngt

  • Ontologien können logische Fehler erkennen, die sich in reinem Text nur schwer zuverlĂ€ssig absichern lassen.
  • Typische Beispiele sind doppelte RĂŒckerstattungen fĂŒr dieselbe Bestellung oder Auszahlungen an die falsche EntitĂ€t.
  • Disjunkte Klassen in OWL trennen klar unterschiedliche Rollen, z.B. Kundschaft und Support-Mitarbeitende.
  • Wertebereichs-EinschrĂ€nkungen verhindern ungĂŒltige Status wie ‘wahrscheinlich versendet’, wenn nur definierte Statuswerte erlaubt sind.
  • Ein ontologie-basierter Reasoner kann so als wirksame Leitplanke dienen, um LLMs bei Tool-Nutzung und Entscheidungen auf Kurs zu halten.

Auf Facebook teilen Auf Linkedin teilen Auf Twitter teilen Per E-Mail senden